Leitbild der ESG Dresden

Wir, die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) Dresden, sind eine Glaubensgemeinschaft innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen.

Der christliche Glaube und das Miteinander bilden den Mittelpunkt unserer Gemeinschaft. Diesen Glauben hinterfragen, erproben und leben wir in unterschiedlichen Formen. Dazu zählen unser Gemeindeabend, Andachten, gemeinsames Essen, Diskussionen, Gottesdienste und Rüstzeiten.

Jede und jeder ist eingeladen diese durch ihre/ seine persönlichen Begabungen mitzugestalten um zu einem vielfältigen Glaubens- und Lebensverständnis beizutragen. Durch das Zusammenwirken Vieler entsteht unsere christliche Gemeinschaft. Aufbauend auf vorhandenen Strukturen wird sie immer wieder bereichert und durch neue Ansätze und Veränderungen belebt.

Wir treten auch nach außen hin als christliche Gemeinschaft auf und bekennen uns zum Handeln nach dem Gebot der Nächstenliebe. Dabei gehen wir offen auf Menschen zu. Kontakte zu anderen Gruppen und Gemeinschaften werden von uns gepflegt, dabei liegt der Fokus auf der ökumenischen Zusammenarbeit und der Vernetzung mit den Dresdner Hochschulen.

Außerdem agieren wir auf Landes- und Bundesebene im Rahmen der Sachsen- und Bundes-ESG.

Die ESG Dresden versteht sich als Bildungsträger. Die politische, allgemeine und insbesondere die theologische Bildung setzen wir auf mehrere Arten um. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Gemeindeabend, zu dem wir verschiedene Referierende, unter anderem von Dresdner Hochschulen, einladen. Die offene Struktur des Gemeindelebens bietet zudem Raum aktuelle Themen im Dialog zu vertiefen.

Unsere tragende Gemeinschaft unterstützt bei persönlichen Problemen. Die vielfältigen Möglichkeiten, wie die vertrauliche Beratung durch den Studierendenpfarrerin oder das individuelle Gespräch untereinander, stärken das Fundament unserer Gemeinde.

Zusammen sind wir auf dem Weg, andere mit offenem Herzen aufzunehmen und gemeinsam mit christlichen Werten leben zu lernen.

 

Von der Gemeindeversammlung verabschiedet am 08.07.2014.

 

Warum wir uns jetzt Studierendengemeinde nennen

Unsere ESG will ein Ort sein, an dem sich jeder Mensch wohl und willkommen fühlen soll. Um das zu erreichen, möchten wir auch unsere Kommunikation und Sprache verbessern. Daher haben wir uns entschieden, unsere Gemeinde in “Evangelische Studierendengemeinde Dresden” umzubenennen. Damit setzen wir uns ein gegen Ungerechtigkeit in unserer Gemeinde und in unserer Gesellschaft.

Denn obwohl es vielen bestimmt nicht so erscheint, werden Frauen auch in unserer Gesellschaft immer noch aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert. Sie werden bei gleichem Beruf und bei gleicher Leistung schlechter bezahlt1 und nehmen weniger Führungsrollen ein². Wahrscheinlich noch größer sind die Probleme, mit denen Personen des dritten Geschlechts im Alltag zu kämpfen haben, obwohl sie wissenschaftlich und gesetzlich voll anerkannt sind.

Auch Sprache diskriminiert. Alle Geschlechter werden unter dem generischen Maskulinum zusammengefasst - ein Indikator, der zeigt, welche Rolle auch noch in der Gegenwart der Unterschied der Geschlechter spielt. Ein Name, der nicht alle gleichzeitig repräsentiert, heißt auch nicht alle willkommen. Gerade als christliche Gemeinde sollte es aber doch unser erklärtes Ziel sein, offen jeden und jede zu empfangen, der oder die an unserer Gemeinschaft teilhaben möchte. In unserem Leitbild heißt es:

“Jede und jeder ist eingeladen diese durch ihre/ seine persönlichen Begabungen mitzugestalten um zu einem vielfältigen Glaubens- und Lebensverständnis beizutragen. Durch das Zusammenwirken Vieler entsteht unsere christliche Gemeinschaft. Aufbauend auf vorhandenen Strukturen wird sie immer wieder bereichert und durch neue Ansätze und Veränderungen belebt.”

Eine Umbenennung setzt ein Zeichen der Einsicht von Problemen und unseren Willen, Problemen entgegenzuwirken. Wir möchten eine vielfältige Gemeinde, in der jede und jeder so geschätzt wird, wie sie oder er zu uns kommt. Wir sind davon überzeugt, dass sich durch den Einfluss vieler, diverser Menschen die Gemeinde zum Positiven entwickelt. Der Name unserer Gemeinde zeigt auch nach außen, welche Werte wir repräsentieren und in die Welt tragen wollen.

Das Achten auf eine Sprache, die alle einschließt, machen auch bereits zwei Institutionen vor, denen wir uns als ESG zugehörig fühlen: Die Bundes-ESG (lang: Verband der evangelischen Studierendengemeinden) und auch die Technische Universität Dresden, die in ihren Nachrichten stets das einschließende „Studierende“ als Anrede benutzt. Diese beiden Organisationen wollen wir uns als Vorbild nehmen. Sie zeigen, dass das Achten auf Sprache, die alle wertschätzt, im großen Umfang machbar ist und gelingt. Und auch in unserer eigenen Gemeinde gibt unsere Studierendenpfarrerin mit der Bezeichnung ihres Amtes ein gutes Beispiel.

Eine Veränderung der Sprache ist Teil einer Entwicklung zu einer aufgeklärteren und toleranteren Gesellschaft, eine Entwicklung, an der unsere ESG teilhaben will.

Quellen:

1: https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-1/gender-pay-gap.html

2:https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-1/frauen-fuehrungspositionen.html?nn=206568

 

Zur Umsetzung in der ESG:

Alles kann, nichts muss.

Wer gendern möchte, darf dies gern machen, wir möchten aber niemandem etwas überstülpen mit dem er/sie sich nicht wohl fühlt. Auch die Art und Weise dabei ist jedem selbst überlassen. Um ein einheitliches Bild auf der Website und bei Veröffentlichungen, die durch Menschen aus dem GAG getätigt werden, zu schaffen, orientieren wir uns an den Empfehlungen der TU Dresden3 und verwenden die dabei empfohlene Schreibweise des Gender-Sternchens. Dabei gilt aber auch - alles kann, nichts muss! :) Inspirationen findet ihr ansonsten auch bei geschickt-gendern.de.

3: https://tu-dresden.de/gsw/phil/powi/dpb/ressourcen/dateien/dl/Broschure-gendersensible-Sprache_digital.pdf?lang=de

 

Von dem geschäftsführenden Ausschuss der Gemeinde verabschiedet am 03.04.2020.